Ein Hilferuf erreichte am Samstag die Redaktion aus der Hohenwalder Straße 1 in 12689 Marzahn. In dem sechsgeschossigen Wohnhaus sind seit Samstagabend 6 Wohnungen mit 6 Familien im gesamten Wohnstrang komplett ohne Wasser:
„Wir wissen wirklich nicht mehr, an wen wir uns noch wenden können und bitten dringend um Hilfe oder Ratschläge. Betroffen sind Kinder (darunter Kinder mit Behinderung), ältere und pflegebedürftige Menschen.“
Seit Samstag gibt es:
- kein Trinkwasser
- keine Möglichkeit sich zu waschen
- keine Möglichkeit zu kochen
- kein Geschirrspülen
- keine Hygiene
- nur sehr eingeschränkten oder keinen Zugang zur Toilette.
In den Wohnungen ist ein normales Leben nicht mehr möglich. Es ist heiß, es kann nicht gereinigt werden, und durch die fehlende Hygiene entstehen zunehmend unangenehme und problematische Bedingungen (Gerüche, Verschmutzung, mögliche hygienische Probleme wie Insekten).
Die Hausverwaltung (DEGEWO) verweigert eine Notversorgung (z. B. Wassertank / Tankwagen) mit der Begründung, dass nur „ein einzelner Strang“ betroffen sei.
Den Mietern wurde von der Hauswartung geraten die Nachbarn zu fragen: „Uns wurde sogar gesagt, wir könnten die Toilette bei Nachbarn gegenüber oder in anderen Wohnungen benutzen. In der Praxis ist das jedoch nicht möglich – viele von uns haben kleine Kinder, darunter ein Kind mit Behinderung, und die Nachbarn sind oft nicht zu Hause oder wir kennen sie kaum.“
Eine Mutter ergänzte: „Wie soll man mehrmals täglich mit Kindern in fremde Wohnungen gehen, wenn das real nicht funktioniert? — Betroffen ist der gesamte Wohnstrang mit 6 Wohnungen. Wir fühlen uns völlig hilflos und wissen nicht mehr, was wir tun sollen.“
Rechtslage bei unterbrochener Wasserlieferung
Ein Ausfall der Wasserversorgung ist ein gravierender Mietmangel. Der Berliner Mieterverein rät allen Mietern: „Ihr Vermieter muss umgehend kontaktiert werden. Sie haben Anspruch auf sofortige Reparatur, Notversorgung und können die Miete mindern.“
Die DEGEWO Notruf-Nummer 030 264 85-5000 ist im Internet veröffentlich auf der Webseite der degewo Marzahner Wohnungsgesellschaft mbH.
Dort wird auch versprochen: „In Notfällen (z.B. bei einem Wasserrohrbruch) sind wir unter derselben Telefonnummer 24 Stunden an 7 Tagen in der Woche für Sie da.“
Offensichtlich hat der Kontakt nicht sofort einen Reparaturdienst ausgelöst. Die Mieter sind ratlos:
„Hat jemand einen Rat oder kann helfen? — Wie können wir Druck auf DEGEWO ausüben, damit sie eine Firma zur Reparatur als Notfall schicken? — Vermutlich wollen sie keine Firma für Arbeiten an einem Feiertag bezahlen, deshalb werden wir gezwungen, mindestens bis Dienstag zu warten.“
Das Werbeversprechen der DEGEWO „Wir sorgen für dein Zuhausegefühl“ ist nun über Pfingsten für 6 Familien ernsthaft gestört. Denn auch Handwerker und Sanitärfirmen sind an Feiertagen nicht ohne Weiteres verfügbar. Zudem sind bei Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen umfangreiche Kenntnisse der örtlichen Wasserverteilung und Warmwasseranlagen erforderlich. Notdienste können da nur sehr eingeschränkt tätig werden, weil sie vermutlich mehr Zeit für eine Fehlersuche benötigen, als die ständigen Hausmeister-Dienste und Service-Firmen der DEGEWO.
Nun ist wohl echte Nachbarschafthilfe im Kiez gefragt! Ein paar Eimer Wasser und ein paar Mineralwasserflaschen wären sehr hilfreich!
