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Marzahner Mühle sucht eine neue Leitung

Marzahner Bockwindmühle

Die Marzahner Mühle ist seit einiger Zeit ohne Müllerin oder Müller. Für die über den Bezirk hinaus wichtige touristische Attraktion fehlt damit die wichtigste Person und das Konzept für ein Betreibermodell.

Dabei ist die Handwerksmüllerei ein durchaus attraktiver Beruf, der sogar auf Antrag der Müllergilde von der Deutschen UNESCO-Kommission im Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen wurde:
„Das Expertenkomitee würdigt die Handwerksmüllerei in Wind- oder Wassermühlen als wichtigen Beitrag zur Erhaltung des traditionellen Müllerhandwerks. Die Maßnahmen zur Vermittlung des Handwerks und der damit verbundenen vor- und frühindustriellen mühlentechnischen Kenntnisse sowie Erfahrungswerte überzeugen. Sie sichern sowohl die Pflege als auch die Weitergabe des spezifischen handwerklichen Wissens und Könnens durch Unterstützung der Handwerksmüllerausbildung. Dieser Kulturpflegeansatz einer sehr engagierten Trägergemeinschaft überzeugt auch im Zusammenspiel mit seinen denkmalpflegerischen Aspekten.“

Die mit der Betreuung der Marzahner Mühle beauftragte Agrarbörse Deutschland-Ost e. V. sucht per Stellenausschreibung nach geeigneten Bewerberinnen und Bewerbern.

Bezirksstadträtin Nadja Zivkovic unterstützt die Suche: “Ich bin zuversichtlich, dass die Agrarbörse trotz der bisherigen Fehlschläge bald jemanden finden wird und dass der- oder diejenige die Stelle mit dem notwendigen Engagement und viel Leidenschaft ausfüllen wird. Wir freuen uns auf jeden Fall über Bewerbungen!“

Sie dankt auch dem Mühlenverein Berlin-Marzahn e.V., der die Agrarbörse bei den vielfältigen Arbeiten zum Betrieb und der Betreuung der Mühle und des Mühlengeländes unterstützt.

Zukunftsberuf Müller-in?

Der Beruf des Müllers und der Müllerin ist ein wichtiger handwerklicher Ausbildungsberuf. Die Branche sucht unter dem Motto „Mach Dich vom Acker, komm in die Mühle!“ um Nachwuchs. Der klassische Weg in die Mühlenwirtschaft ist eine dreijährige duale Ausbildung. Müllerinnen und Müller heißen heute Verfahrenstechnologen/-technologin Mühlen- und Getreidewirtschaft, Fachrichtung Müllerei, weil mit dem technischen Fortschritt auch die Ansprüche im Beruf gewachsen sind. Es ist ein Beruf mit glänzenden beruflichen Aussichten in der Lebensmittelindustrie und einem überregionalen Netzwerk.

Verzahnung von Denkmalschutz – Tourismus und Wirtschaft?

Die weitere Zukunft der Marzahner Mühle kann wohl nur gesichert werden, wenn das Netzwerk möglicher Partner und wirtschaftlicher Sponsoren erweitert wird. Auch als Teil einer Verbundausbildung wäre eine Unterstützung sinnvoll.

Mühlenbetriebe und Brotbäckereien könnten helfen, Mühlenbetrieb und Ausbildung mit touristischer Nutzung und Denkmalerhalt zu verbinden.

Einer der größten deutschen Mühlenbetriebe, die GoodMills Deutschland GmbH Schüttmühle Berlin, sucht z.B regelmäßig Auszubildende und Praktikanten. Mühlenbetriebe gibt es auch in Luckenwalde und in Brandenburg.

Noch besser eignet sich aber die Marzahner Mühle als Wahrzeichen und Warenzeichen. Unter den vielen Bio-Backstuben in Berlin-Brandenburg könnte sich ein geeigneter Partner finden, der die Potentiale der Mühle wieder zum Leben erweckt.


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