Samstag, 02. März 2024
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Lokalpresse-Innovationen gegen die Spaltung der Gesellschaft

SmartCity-Gaps & Chasms

Von Michael Springer

Die Marzahn-Hellersdorf Zeitung und elf weitere digitale Bezirkszeitungen in Berlin wurden in den vergangenen Jahren genutzt, um neue Strategien und Kennzahlen für ein neues, inklusives und faires Internet-Mediensystem zu erarbeiten. — Was ist damit gemeint? — Es geht zentral um „digital-mediale Souveränität, Bürgerrechte und kreative Entfaltungsrechte!“

Das heutige Mediensystem aus TV-Kanälen, digitalen Zeitungen, staatlichen Informationsangeboten und Social Media wird immer komplexer und vielfältiger — es ist aber nicht individuell, lokal, kommunal oder demokratisch verhandelbar!
— Das neue entwickelte Konzept der digitalen Bezirkszeitungen schafft elementare Voraussetzungen, um individuelle, lokale, kommunale und demokratische Freiheiten zu stärken. —

Ziel ist es, alle Erwerbsformen und betriebliche und lokale Wertschöpfung zu verbessern. Gleichzeitig das europäisch geprägten rechtebasierte Wirtschafts- und Kulturmodells gestärkt werden.

Planung aus der System-Perspektive „Medienökonomien“

Inzwischen sind wichtige medienökonomische und digitalökonomische Kennwerte und Schlüsselzahlen erarbeitet worden, die den vieldimensionalen Phänomen-Komplex des sogenannten „Lokalpresse-Sterbens“ aufklären und betriebswirtschaftlich verständlich machen.
Möglich wurde dies durch einen bewußten und strategischen „antizyklischen Innovationstest“, eine digitale Lokalzeitung ganz ohne kommerzielle „Klick-Anzeigen“ von Werbenetzwerken aufzubauen.

Inzwischen liegen auch viele dezidierte Erkenntnisse aus dem REAL LABOR-Betrieb vor. Die schädlichen Wirkungen personalisierter Klickwerbung und problematische Medienwirkungen der großen sozialen Netzwerke werden sichtbar:

  • es entsteht ein systemischer volkswirtschaftlicher Kostenblock „digital-mediale Blindleistung“, der in Berlin inzwischen eine Dimension von mehr als 400 €/Einwohner pro Jahr erreicht. Digitalprovisionen und Kapital werden völlig ohne Nutzen aus der lokalen Realwirtschaft quasi „digital entführt.“ — Lokaler Handel, und marketinggetriebene Branchen wie die Modebranche leiden darunter.
  • die Digitalausgaben großer Tageszeitungen und der „Qualitätsjournalismus“ balancieren mit der bisher üblichen Klickwerbung längst auf einer unsicheren Ertragsbasis. Neue Modelle und Systeme der Werbefinanzierung werden entwickelt, die aber Reichweiten mehr als 12 Mio. Lesern benötigen.
  • Leser-Abos- und Paywalls sorgen dazu für viele systemische soziale Nebeneffekte wie Vereinzelung,
  • Auslese, Elitenbildung, Ungleichheit und soziale Spaltungen.
  • Soziale Medien schaffen auch neue Anreizsysteme für bedenkliche psychologische Dispositionen wie z.B. Aggression, Narzißmus, Selbstzentriertheit, Bildungsverlust, Ideologisierung und Identitätskult. Wut statt Selbstreflektion und Empörung wird gefördert. Radikalismus, Trumpismus, Populismus und entgrenzte Politik bauen auf SocialMedia-Kommunikation auf.
  • Die für Nutzer kostenlosen „Daten- und Plattformökonomien“ von „SocialMedia“ haben dazu die Politik und die Medienlandschaft radikal verändert und „simpliziertes Denken“ gefördert.
  • Werbeschaltungen wandern heute mehr und mehr in Bewegtbild-Formate. Lokaljournalismus und Lesekultur verlieren damit inzwischen jede tragende Finanzierungsbasis.
  • Unternehmen, die ihre Kommunikation auf Public Relations-Kampagnen fokussieren, sparen damit massiv Marketingkosten. Honorare für PR-Agenturen bleiben in den Agenturen hängen. Anzeigen in Lokalzeitungen werden nicht mehr ausreichend geschaltet. Lokaljournalismus und gute Arbeit in Redaktionen kann daher nicht mehr tragfähig erarbeitet werden.
  • Third-Party-Werbenetzwerke und Jugendschutz-Compliance vertragen sich derzeit nicht. Zudem werden in einem großen Umfang Online-Anzeigen asiatischer Anbieter und problematische Casino-Werbung ausgespielt. Auf die Einnahmebasis muss vernünftigerweise verzichtet werden.

In der Summe der Kosten und sozialen Folgewirkungen entsteht ein betriebswirtschaftlich „unmögliches und toxisches Umfeld“ in Berlin, das faire und gute Arbeit im Lokaljournalismus in Berlin über alle denkbaren betriebswirtschaftlichen Tragfähigkeiten hinaus belastet und sogar ganz verhindert. — Es ist ein System im Gang, in dem die Digitalisierung ungesteuert immer mehr Informationslücken, Spaltungen, Ausgrenzungen und Mißtrauen erwachsen lässt! — Übrigens mit gewaltigen sozialen Folgekosten, die sich zur gesamtwirtschaftlichen Belastung auswachsen.

Mit dem aufkommenden Breitband- und 5G-Internet und OPEN-ITV kommt dazu „Echtzeit-Interaktivität“ in Gang. Ein „Echtzeit- und „Hyperdynaxitäts-Chaos“ kann bald quasi jede Stunde neu in Gang kommen. Weder Politik noch Wirtschaft und Gesellschaft, noch unsere Verfassung und das Rechtssystem noch der Verbraucherschutz sind darauf bisher vorbereitet.

Disruption: Finanzierung von Innovationen in der Lokalpresse

Das Paradigma von der Werbefinanzierung von Lokalpresse ist praktisch „mausetot!“ — Es müssen andere Finanzierungsformen in Gang gesetzt werden. Alle Fundraising-, Honorar- und Bezahl-Systeme werden vor der Redaktionstür“ etabliert, um schlanke Verwaltungprozesse zu sichern. Alle Kostengrößen werden in die „Ökonomie der SmartCity“ integriert, und Kostenversursachern und Kostenstellen zugeordnet sowie und volkswirtschaftlich „internalisiert.“
Ersatzweise können konnektierbare, zweckgebundene Mediabudgets gebildet werden, die von Dritten oder aus größeren Marketing-Kampagnen finanziert werden.

Die bisherige Systemkosten-Prognose von 1,44 €/Einwohner/Jahr erhöht sich mit dem Eintreten zweier neuer Parteien in die Hauptstadt-Politik auf 1,50 €/Einwohner/Jahr. Für die Marzahn-Hellersdorf Zeitung ergibt das ein Zielbudget von 435.000 € (einschl. Redaktion, System, Systemadministration und bis zu 12 Lokalredakteur-Stellen). Wird das Zielbudget (oder Einwohnergleichwert-Medienbudget) erreicht, können sämtliche Leistungen eines offenen Lokalpressemediums ohne Leistungspreisberechnung erbracht werden.
Wird das Zielbudget nicht erreicht – läuft die Bezirkszeitung nur in „zombiefizierter Form“, mit Lücken, Themenlücken und „Diskonnektierungen“, etwa für Social-Media und bezahlprflichtigen Apps, in denen die Redaktion Mehrwertdienste finanzieren muss.

Fehlende Kostendeckung und Verzeichnis aktueller Themenlücken

Derzeit gibt es keine Kostendeckung für Kommunalpolitik. Alle Parteien sind derzeit suspendiert und von aktiver Redaktionsarbeit abgehängt und bei Do-Follow-Links „diskonnektiert.“ — Das bedeutet auch die „Fotoausnahme“, denn bestimmte Pressefotos auf berlin.de sind inzwischen kostenpflichtig, weil sie von Bildagenturen stammen. Die

Für das größte SmartCity-Inklusionsprojekt stehen auch keine Mittel zur Verfügung, um die Themen der Alice-Salomon-Hochschule Berlin mit Schwerpunkt Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung in irgendeiner Form zu behandeln. Grundsätzlich stehen in der „Innovationshauptstadt Berlin“ auch keine Mittel für Innovations-, Forschungs- und Universitätsthemen bereit.

Landeseigene Unternehmen sind derzeit bis auf einige Ausnahmen „diskonnektiert.“ — Dies kann konstruktiv geändert werden, wenn es zuverlässige und langfristige Lösungen für „anteilige digitale Internalisierungslösungen“ gibt, die eine positive Wertschöpfung aufweisen. Dies kann auf mehreren Wegen geschehen:

  • Energiespareffekte, Spareffekte und Zeitspareffekte,
  • verbesserte Inklusions- und Auslastungseffekte,
  • Konversion von „medial-digitaler Blindleistung“ in Nutzenfunktionen,
  • Digitale Verkaufsprovisionen und digitale Werbung,
  • Tarifbildung und Internalisierung in Leistungstarife
  • Skalierungseffekte durch Inklusion und maximale Lesereichweiten.
  • Supereffizienz-Effekte im Hinblick auf 17 UN-Nachhaltigkeitsziele.

Legale Ausnahmen, Diskonnektierungen und Media-Exklusion

Mit dem Wegfall der freien Werbefinanzierung entstehen auch grundhafte „legale Lücken“ in der Pressefinanzierung. So stehen z.B. keine Mittel seitens Stiftungen, sozialen Akteuren, Vereinen, Sportvereinen und mildtätigen Einrichtungen zur Verfügung. — Bisher war eine Berichterstattung durch große Werbebudgets gedeckt. Inzwischen müssten Lokalredakteure die Berichterstattung aus eigener Tasche bezahlen. So sind praktisch alle Spendenaktionen ohne eine Kostendeckung. Die Vielzahl der Akteure und Spendenaktionen überfordert alle Ressourcen von Lokalpresse.

Das Stiftungsgesetz müsste geändert werden. Im Vereinsrecht müssten Budgets für Öffentlichkeitsarbeit auch legal abgesichert werden. Im Sport sind Sponsoring und Werbung auf eine breitenwirksame Lokalpresse und die Nachwuchsarbeit von Sportreportern auszuweiten.
Diskonnektierungen betreffen Ticketportale, Schausteller und Veranstaltungsagenturen, die sich weigern Media-Budgets abzusichern.
Die Media-Exklusion betrifft auch Museen mit Museumsshops, die keine Mediabudgets bilden. Auch die Kulturveranstaltungen der Bezirksämter werden nicht konnektiert, weil sie bereits auf berlin.de angezeigt sind, oder politische Selbstdarstellungen enthalten.

Demgegenüber stehen noch die Worte von Bundeskanzler Olaf Scholz: „Die freie und unabhängige Presse ist systemrelevant für eine funktionierende Demokratie“, so der Bundeskanzler. „Pressefreiheit und Pressevielfalt unter sich verändernden Bedingungen zu erhalten – in diesem Ziel sind wir uns einig.“

Um die Offene Gesellschaft wieder herzustellen Innovation eine inklusiven, offenen und bürgeraktiven Lokalpresse zu entwickeln, müssen noch viele Stellschrauben neu justiert werden.
SmartCity-Gaps & Chasms verhindern Inklusion, soziale und faire Ökonomien, Aufklärung & Transparenz.

Wenn man eine „digitales Weimar“ verhindern möchte, und die Systemrationalität von Verfassung und Wirtschaftsordnung wieder herstellen möchte, gibt es zum Konzept von „Smart Citizenship“ keine pressefreie und zugleich ökonomisch systemrelevante Alternative.

Lesetips:
SmartCity-Ökonomien & Supereffizienz

365 Tage „Unifying Generations“ geht in Marzahn-Hellersdorf „medial & digital“


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