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Fertiggerichte machen alt

Fertigpizza

Stark verarbeitete Lebensmittel wie etwa Tiefkühlpizza, Würstchen und Kekse erhöhen nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dick und krank zu werden. Laut einer neuen Studie spanischer Forscherinnen und Forscher beschleunigen sie auch das Altern. 1.

Menschen, die sich häufig von derartigen Fertiggerichten und nicht von frisch zubereiteten Speisen ernähren, haben kürzere Telomere, wie ein Team um die Ernährungswissenschaftlerin Lucia Alonso-Pedrero von der Universität Navarra in Spanien berichtet. Telomere sind quasi die Schutzkappen an den Enden der Chromosomen. Sie werden bei jeder Zellteilung kürzer und gelten deshalb als Gradmesser für das Altern. Die Regel lautet: je kürzer die Telomere, desto älter ein Lebewesen.

Schädlich: viel Fett, Salz und Zucker

Stark verarbeitete Lebensmittel beschleunigen diesen Prozess und lassen die Zellen schneller altern, wie Alonso-Pedrero bei einer Online-Weltkonferenz zu Dickleibigkeit am Dienstag erklärte. Diese “ultra processed foods“ sind industriell hergestellt und enthalten oft hohe Mengen an Fett, Salz und Zucker sowie Zusatzstoffe wie Farb- und Geschmacksstoffe.
Als Fertiggerichte sind sie für Konsumentinnen und Konsumenten zwar sehr praktisch. Aber ernährungstechnisch sind sie allerdings alles andere als ausgewogen oder empfehlenswert.
Frühere Studien wiesen bereits Zusammenhänge mit Bluthochdruck, Dickleibigkeit, Depression, Diabetes und einigen Krebsarten nach.

Eßverhalten wirkt auf Telomere

Für ihre Studie haben die spanischen Forscherinnen und Forscher Daten von rund 900 älteren Personen ausgewertet, ein Drittel davon Frauen, das Durchschnittsalter lag bei knapp 68 Jahren. Je nach Essverhalten wurden diese Personen in vier Gruppen eingeteilt: Die erste Gruppe aß weniger als zwei stark verarbeitete Lebensmittel pro Tag, die vierte mehr als drei. Wie sich zeigte, gab es in der vierten Gruppe deutlich mehr Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes, die entsprechenden Männer und Frauen nahmen mehr Fett, Salze und Cholesterin sowie weniger Gemüse und Obst zu sich.

Zugleich schrumpften ihre Telomere: Die Wahrscheinlichkeit verkürzter Schutzkappen auf den Chromosomen lag in der vierten Gruppe um 82 Prozent über jener der ersten. Menschen, die also besonders viel industriell hergestellte Nahrung essen, altern biologisch deutlich schneller. Wie die spanischen Forscherinnen und Forscher betonen, handelt es sich dabei aber nicht um einen direkten kausalen Zusammenhang. Weitere Studien seien nötig, um den genauen Mechanismus zu eruieren.

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science.ORF.at