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40 Jahre Marzahn-Hellersdorf – 30 Jahre neue Pressefreiheit!

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/// Kommentar /// – Am 15. Juni 2019 findet das große Fest zum Jubiläum „40 Jahre Marzahn-Hellersdorf“ in den “Gärten der Welt” ab 14:00 statt. Das Fest ist auf den Internetseiten des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf angekündigt.

Auch rund 650 Mitwirkende, Schauspieler, Musiker und Künstler werden auf den Bühnen auftreten. O-Ton: „Auf der Bühne vor dem koreanischen Garten treten zahlreiche Chöre und andere Darstellerinnen und Darsteller auf, eine weitere Fläche bietet Platz für spannende Vorführungen. Künstlerinnen, Künstler.“

Ein Großplakat wurde gestaltet, und stolz am 29.5.2019 enthüllt.

Vor genau 70 Jahren – am 23. Mai 1949 – trat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland in Kraft, das mit seinem Artikel 5 seit 1990 auch in Mahrzahn-Hellersdorf schon fast Jahre Pressefreiheit sichert.

Was es in Mahrzahn-Hellerdorf nicht gibt: Anzeigenschaltungen für Pressemedien. Stattdessen Personalfinanzierung, um in Drittländern auf fremden Servern bei Facebook, Instagram und Twitter Daten und Inhalte einzugeben.

Ist freie Presse nicht mehr gewünscht? Reicht es aus, ein Stadtjubiläum mit sieben Personen und einer amtlichen Plakat-Enthüllung anzukündigen? Wäre es angemessen, die vielen Akteure wenigstens namentlich anzukündigen? Welche Kultur wird hier vom Kulturamt in die Organisation des Stadtjubiläums eingebracht? Wer feiert hier? Oder feiert man sich einfach einmal selbst?

Ist es vielleicht sogar respektlos, wie mit den vielen Akteuren umgegangen wird?

Und so werden die großen Akteure im Bezirk Marzahn-Hellersdorf daran erinnert: ohne Anzeigen- und Marketing-Etats für Zeitugen kann es auch keine freie Presse geben! Keine Künstler-Porträits, Stimmungsbilder, keine Berichte von Fest, keine hochauflösenden HDR- oder Live-Fotos und keine Ö-Töne.

Auch die Pächter der Gastronomien in den Gärten der Welt bekommen keine Presse, obwohl sie teuer mit ihren Pachten auch für Öffentlichkeitsarbeit der landeseigenen Grün Berlin GmbH mit bezahlen. Man investiert mit den Sponsoren in Großplakate auf denen Großbuchstaben und „Key-Visuals“ ins Auge springen, hunderte Akteure noch nicht einmal im „Kleingedruckten“ genannt sind.

Freie Presse kann ihre Aufgaben nur erfüllen, wenn die Finanzierung gesichert ist und wirtschaftliche Akteure ihrer Verantwortung in der Stadt gerecht werden! Weder Marc Zuckerberg, noch Sundar Pichai noch Jack Dorsey werden zum Fest kommen, oder lokale Journalisten nach Marzahn-Hellersdorf entsenden.

So fehlt auch in der Marzahn-Hellersdorf-Zeitung das „kostenlos downloadbare Logo“ von 40 Jahre Marzahn-Hellersdorf, weil es in der Zeitung „Werbung“ ist – und kein Social-Media Mem.

Die Marzahn-Hellersdorf-Zeitung setzt keine Aktivitäten in Gang, um jemanden „ehrenamtlich“ zum Fest zu entsenden, und „ehrenamtlich“ nachzuberichten. Auch das Tauschgeschäft „ehrenamtlicher Journalismus“ gegen „Häppchen am Bufett“ wird aus verfassungspolitischen Gründen grundsätzlich abgelehnt!

Rund 650 Mitwirkende, Schauspieler, Musiker und Künstler und Publikum und Gastronen und Caterer sind nun selbst darauf angewiesen, für ihre Erinnerungen und Botschaften sorgen! Das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und die Standortförderung werden eine „Selbstwürdigung für die Annalen der Geschichte“ dokumentieren, und eine Werbeagentur, Fotografen oder eigene Mitarbeiter beauftragen, die Aufgabe der Presse nachzuahmen! Die Pressefreiheit im Bezirk Mahrzahn-Hellersdorf wird so vollends ad aburdum geführt.

Soviel sei zugestanden: es passiert nicht allein in Mahrzahn-Hellersdorf! Es ist in ganz Berlin zur breit angewendeten Kulturpraxis geworden: Bezirksamtskultur und Bürgerbetreuung durch landeseigene Gesellschaften – per Plakat und Social Media!

Inzwischen sind die Redaktionen in allen Berliner Zeitungen personell ausgedünnt, es gibt nicht mehr genug Personal für alle Events und Ereignisse.

Michael Springer, Herausgeber

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