Samstag, 15. Juni 2024
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Tischler-Fachverband bringt Einspruch gegen das geplante Gebäudeenergiegesetz

Tischlerhandwerk

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist in vielen Aspekten noch unfertig und lückenhaft. Das GEG wurde über eine regulative Top-Down-Strategie der „Agora Energiewende“ entwickelt. — Und es wurde nicht ausreichend mit Branchenverbänden und Fachverbänden abgestimmt. Es sollte mit bürokratischer Verbotspolitik durchgesetzt werden. — Im Effekt gibt es nun einen massiven Vertrauensverlust für Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Bündnis 90/Grüne) und seine Partei.

Aktuell erhebt ein für das nachhaltige Bauen bedeutsamer Fachverband Einspruch gegen die aktuell geplante Überarbeitung des GEG.
Der Landesinnungsverband für das hessische und rheinland-pfälzische Tischlerhandwerk drängt im Namen seiner Mitgliedsbetriebe bei Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck auf Änderungen beim zu überarbeitenden Regierungsentwurf des Gebäudeenergiegesetzes. Erlangt dieser in der vorliegenden Form Gesetzeskraft, dürften Betriebe der Holzbe- und -verarbeitung ihre eigenen Holzreste – wie bisher üblich – nicht mehr energetisch Nutzen.

Nach Ansicht von Hauptgeschäftsführer Hermann Hubing würde das im Gesetzesentwurf vorgesehene Verbot des Einbaus entsprechender Heizungsanlagen in neu zu errichtenden Werkstätten dazu führen, dass die im Betrieb anfallenden Holzreste teuer entsorgt und andere – weniger nachhaltige – Energieträger zugekauft werden müssen. „Das führt nicht nur zu einer schlimmstenfalls existenzbedrohenden Steigerung der Energiekosten, sondern in der Summe auch zu einer höheren Belastung der Umwelt. Dies kann nicht im Sinne des Gesetzgebers sein“, so Hubing. „Die große Mehrheit unserer Betriebe nutzt, unter strenger Beachtung der Bundes-Immissionsschutzverordnung, zudem Verarbeitungsreste aus der eigenen Produktion auf diese Weise. Dies muss den Betrieben der Holzbe- und -verarbeitung auch weiterhin möglich sein.“

Auch für die zum Verband gehörende Bad Wildunger Holzfachschule habe man nach Ansicht Hubings eine beispielhafte und nachhaltige Kaskadenlösung gefunden. Baumstämme aus heimischen Beständen werden im Rahmen der Ausbildung der Sägewerker eingeschnitten, die entstandenen Bretter und Bohlen dann für die Ausbildung der Tischler und Industrieverpacker genutzt und deren Reste der thermischen Verwertung zugeführt. Dies sei zugleich nachhaltig und wirtschaftlich, so der Schulleiter.

Hubing ist sicher, dass man im Habeck-Ministerium bei der Erstellung des Gesetzesentwurfes die besonderen Begebenheiten im Tischlerhandwerk nicht kannte. Damit dies nicht nochmal passiert, hat der Fachverband das Schreiben an den Wirtschaftsminister in Kopie auch an die Fraktionsvorsitzenden von SPD, CDU, FDP und Grünen im Bundes- und den beiden Landtagen sowie die Ministerpräsidentin bzw. den Ministerpräsidenten, die Wirtschaftsministerin bzw. den Wirtschaftsminister sowie die Bundesratsministerinnen der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz versandt.

Weitere Informationen:

Fachverband Leben Raum Gestaltung Hessen/Rheinland-Pfalz www.leben-raum-gestaltung.de


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