Von Michael Springer
In wenigen Tagen wird die Entscheidung über die nächste deutsche Olympiabewerbung fallen. Der DEUTSCHE OLYMPISCHE SPORTBUND (DOSB) hat zu einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung am Samstag, 26. September 2026, 9:00 Uhr bis ca. 14:45 Uhr in das Kurhaus Baden-Baden eingeladen.
München, die Rhein-Ruhr-Region und Berlin stehen im Wettstreit um das beste Konzept. Die Verkündung des nationalen Bewerbers wird ab 13:45 Uhr live im TV (ARD) übertragen.
Mitten in einer tiefen Wirtschaftskrise und mitten in einer demografischen Umbruchkrise wird die Gewinner-Region in einen positiven wirtschaftlichen Wandel versetzt werden.
Das noch frische Ergebnis der Berliner Wahlen dämpft die Chancen für das Berliner Konzept. Dazu kommen „lobbyistische Verstrickungen“ über die noch nach der Entscheidung des DSOB zu sprechen ist.
Eines sollte in Berlin klar sein: die Sportstadt Berlin benötigt geregelte und beständige Investitionen in alle Sportstätten und in Instandhaltung und Modernisierung. Ohne Olympia fehlen die ökonomischen und psychologischen Werttreiber für neue Attraktivität, für Wertschöpfung und gute Arbeit in Berlin. Und es fehlen die möglichen Einnahmen und Steuereinnahmen, um den Berliner Haushalt zu entlasten und eine bereits drohende De-Urbanisierung abzuwenden.
Sport & gesamtwirtschaftliche Kompetenz
Politiker ohne gesamtwirtschaftliche Kompetenz haben in Berlin kein sportpolitisches Mandat. Eine sportpolitische Sprecherin, die sich gegen Olympia ausspricht ist „schädlich“ für Berlin und für seinen Sportnachwuchs. Und eine Sportsenatorin, die Millionenbeträge in ein NFL-Event investiert, und dabei digitalen Plattformen und Kanälen Datenwertschöpfung und Umsätze in Übersee verschafft, sollte abtreten! — Sport benötigt auch medienwirtschaftliche Kompetenz und lokale Wertschöpfung in den Hospitality-Branchen und in der Kreativ- und Kulturwirtschaft.
Es ist nicht egal, wie sich der DOSB entscheidet. Alle drei deutschen Bewerber haben gute Gründe, gute Projekte und gute Chancen. Alle zusammen haben aber auch gemeinsame Chancen, denn München, Rhein-Ruhr und Berlin liegen nur rund 4-5 Bahnstunden voneinander entfernt! — Auf die Bahn kommt es an!
Berlin kann daher vor allem gewinnen, wenn junge Sportlerinnen und Sportler nach dem kommenden Wochenende Mut fassen, und sich auf den Weg machen, ihre Sportkarriere weiter zu planen und zu erarbeiten.
Die nächste olympische Gelegenheit ist in einem Monat: „Schon vom 31. Oktober bis 13. November 2026 finden in Dakar (Senegal) die vierten Youth Olympic Games statt. Erstmals wird damit eine olympische Veranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent ausgetragen. Team Deutschland wird voraussichtlich mit rund 50 Athlet*innen aus 17 Sportarten vertreten sein.“ — Auch auf die Sponsoren darf man gespannt sein!
Olympia wird der Sportstadt Berlin immer gut tun, wenn die Begeisterung für olympischen Sport stets gefördert und weltoffen unterstützt und getragen wird. Politische Parteien die das nicht bedenken, haben in Berlin keine Zukunft!
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*) Tariftreue: es gilt der BDZV/DJV Tarif 2025-2027 für Sportjournalisten.
