Samstag, 15. Juni 2024
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Krötensex und Stadtplanung

Wechselkröten (Bufo viridis)

Von Michael Springer

„Cleantech Marzahn – Where People Build Sustainable Ideas“ – das Marketing funktioniert, die Stadtplanung nicht! Das Vorkommen der Wechselkröte, lat. Bufo viridis hat erfolgreiche Industrieansiedlungen verhindert. Nach der Firma Aucoteam hat auch das Konsortium der geplanten Batteriefabrik CSE das Projekt gestrichen. Ein Gerichtsurteil, das Naturschützer erstritten haben, belastet nun die Entwicklung des 300 Hektar großen Berliner Zukunftsorts mit Zukunftslasten des Natur- und Artenschutzes.

Der Lurch des Jahres 2022 bevorzugt als ursprünglicher Steppenbewohner trocken-warme und offene Kulturlandschaften mit grabbaren Böden und lückigem bzw. niedrigem Pflanzenbewuchs. Das Spektrum genutzter Laichgewässer ist vergleichsweise groß, wobei wenig bewachsene, voll besonnte, flache und fischfreie Gewässer bevorzugt werden (laut Steckbrief des Bundesamt für Naturschutz).

Für Landschaftsarchitekten sind das ausreichende konstruktive Hinweise, um Stadtpläne und Naturschutz-Funktionen über die Jahre anzupassen, und sensible Arten in sichere Lebensräume zu locken und umzusiedeln. Es muss nur das richtige und baurechtlich zulässige Planungsverfahren in Gang gesetzt werden.

Aber in Berlin ringen Naturschutzvereine, Investoren, unzureichend kompetente Kommunalpolitiker — und eine immer und jederzeit allwissende Verwaltung — um Zukunftsorte und Stadtentwicklungsvorhaben! — Heraus kommen tolle Internetportale, Stillstand, Ärger und sogar Absagen von Investitionsvorhaben und jahrelange Verzögerungen.

Auch wenn die Ursachen im Cleantechpark Marzahn anders liegen, und ganz andere Beteiligte am Werke sind, wird hier auf ein anderes Projekt in Pankow verwiesen, bei dem sich die Geschichte von Kröten und Schildbürgern wiederfindet:

Krötensex und alte Torheiten verhindern eine Baubeschleunigung

Inzwischen ist klar: in Berlin wirken Strukturen und Denkweisen zusammen, die einen konstruktiven Aufbruch verhindern! „Vernetzen und vermarkten“ sind allein noch keine Zukunftsstrategie!