Sonntag, 14. April 2024
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Frauenzentrum Mathilde: Fehlende Gesichter, namenlose Veranstaltungen — Rechtlosigkeit?

Matilde e.V. Frauenzentrum

Von Michael Springer

Veranstaltungen des Frauenzentrums Matilde e. V. im November 2022 werden in ausführlicher Form in der Pressemitteilung vom 24.10.2022 des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf aufgelistet.

Das Frauenzentrum Matilde e. wirbt in großen Lettern:
FRAUEN*RECHTE SIND MENSCHENRECHTE — SELBSTBESTIMMT. FEMINISTISCH. KOMPETENT. .

Doch Namen, Gesichter und handelnde Personen sind nicht auf der Internetseite zu finden. Selbst die lange Vereinsgeschichte wird im „personenleeren Raum“ aufgeführt „2. März 1990 — Gründung des Vereins „Matilde e. V.“ als zweiter eingetragener Verein in Ostberlin – Vereinsregister-Nr. 02/1990.“

Die Angebote reichen von „ALG- und Sozialberatung bis Zumba“ und werden in der Pressemitteilung in einer langen Liste „einzeiliger Ankündigungen“ zusammen gestellt.

Viele Veranstaltungsangebote haben enge Zeitfenster von nur ein-zwei Stunden, das lohnt kaum für gemeinsame Verabredungen und weitreichende Vernetzungen und ist so kaum gemeinschaftsstiftend.

Inspirierend, persönlich und einladend ist das alles in der Form nicht! — Wie sollen sich Urbanität, Zusammenhalt im Quartier, Flair und Lebensgefühl entwickeln können, wenn schon im Frauenzentrum die zivilisatorischen menschenrechtlichen Mindeststandards in der öffentlichen Ansprache nicht erfüllt werden?

Der Gipfel der „Lieblosigkeit“: eine „Über Uns“-Seite ohne Personen, Gesichter, Namen! (außer Dana Tahan im Bereich Integration).

Stattdesses ein hehrer Anspruch: „Als ein Frauenzentrum als Ort gelebter Vielfalt streben wir an, dass sich Frauen* weitestgehend frei von jeglicher Diskriminierung begegnen können.“

Wie können Frauen* sich hier einer persönlichen Wertschätzung sicher sein, wenn sie nicht als Person und Bürgerin angesprochen werden? — Wie steht es um Frauenrechte, wenn „Frauen“ nicht mehr universell, sondern nur in „Gender-Schreibweise“ mit „Frauen*“ angesprochen werden? — Müsste das Programm dann nicht viel weiter gefasst und breiter aufgestellt werden?

Unter Frauenpolitik werden vor allem Gewaltthemen behandelt und verlinkt, warum nicht auch Themen zu Frauenrechten und Frauenförderung in Berlin?

Die Frage ist deshalb erlaubt: „Wie sieht ein zeitgemäßer Frauenförderplan“ in einem typischen Frauenzentrum in einer Großsiedlung aus, die oft von Arbeitslosigkeit, Armut, Kindererziehung, steigenden Lebenshaltungskosten und wirtschaftlichen Abhängigkeiten getroffen sind?“

Ist es nicht viel nötiger auch über „finanziell wirksame Frauenrechte“ und ihre Wahrnehmung zu informieren, etwa über Gleichstellung in der Arbeitswelt, Frauenförderungen, Familienförderungen und Projektförderungen für Frauen, Kinder und Teilhabe?

Braucht das Frauenzentrum Mathilde vielleicht auch noch eine „Frauenvertretung“, um mehr Zukunftsperspektiven und Problemlösungs-Angebote im Programm zu schaffen?

Wie will der Verein dazu Spenden erlangen, wenn die „Spenden- und Sponsoring-Fitness“ nicht erfüllt ist — und Satzung, Mitgliedschaftsregeln und Angaben zur Ausstellung von Spendenbescheinigungen fehlen — Wenn noch dazu das Impressum mit den drei „Vorstandsfrauen“, ohne Angabe von Schatzmeisterin und Schriftführung, nur etwas versteckt zu finden ist?

Das Frauenzentrum Mathilde e.V. „will Frauen helfen, neue persönliche Perspektiven eröffnen und sie darin unterstützen, ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen bzw. diese zu sichern,“ und muss dazu vor allem Selbstbewußtsein und Persönlichkeiten und Fähigkeiten stärken.

Ohne Namen, ohne Gesicht und persönliche Ansprachen der Akteurinnen geht es nicht!


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