Donnerstag, 10. September 2026
Home > Aktuell > Berlin wird „kinderintelligente“ Stadt!

Berlin wird „kinderintelligente“ Stadt!

Glückstag

Von Michael Springer

Die Versuche, Berlin zu einem lebensfreundlichen Ort für Kinder und Jugendliche zu machen, dauern nun schon fast 30 Jahre an! — Bereits 1997 forderte das Berliner Abgeordnetenhaus erstmals die Erstellung von „Leitlinien für eine kinder- und jugendfreundliche Stadt“, gefolgt von einer UNICEF-Jahreskampagne im Jahr 1999.
1998, 1999 und 2002 wurden Zwischenberichte über die Umsetzung dieser Ziele erstellt. Die Leitlinien gliedern sich in drei Themengebiete 1. Interessenvertretung, 2. Wohnen, Stadt- und Verkehrsplanung und 3. Stadt als sozialer Ort.

Die Leitlinien trugen zur Konzeption des UNICEF-Jahres 1999 „Berlin – Hauptstadt für Kinder“ bei und sollten als planerische Grundlagen bei der Erstellung des Stadtentwicklungskonzeptes Berlin 2020 mit einfließen. Die Umsetzung war auch als aktive Anwendung, Ergänzung und Fortschreibung in der Lokalen Agenda 21 Berlin vorgesehen.
Marzahn-Hellersdorf wurde danach am 20. November 2024 als eigenständige Kommune mit dem offiziellen Siegel „Kinderfreundliche Kommune“ ausgezeichnet. Die Zertifizierung erfolgte beim Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. (getragen von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk) und wird alle 3-4 Jahre überprüft.

Berlin wird kinder- und jugendfreundliche Stadt

Im Herbst 2026 sollen nun die Anstrengungen verstärkt werden. Auf Vorlage der Senatorin für Bildung, Jugend und Familie, Katharina Günther-Wünsch (CDU) hat der Berliner Senat die Teilnahme des Landes Berlin am Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ beschlossen.
Gleichzeitig bringt der Senat zwei weitere zentrale Vorhaben auf den Weg:

  • die Einführung eines verbindlichen Jugend-Checks für Gesetzgebungsverfahren
  • den Aufbau einer Jugendwohnagentur.

Damit sollen Kinder-Rechte, Beteiligungsmöglichkeiten und Zukunftschancen junger Menschen verbessert und nachhaltig und weiter entwickelt werden. Berlin soll konsequent zur kinder- und jugendfreundlichen Stadt werden.
Mit dem verbindlichen Jugend-Check werden Gesetze und politische Vorhaben künftig systematisch daraufhin überprüft, welche Auswirkungen sie auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben. Die Perspektive junger Menschen wird dadurch frühzeitig im Gesetzgebungsverfahren berücksichtigt und eine generationengerechte Politik weiter gestärkt.
Die Jugendwohnagentur soll insbesondere „Care Leaver“ und andere junge Menschen beim Übergang in den ersten eigenen Wohnraum unterstützen. Dabei muss die laufende Abwanderung aus Berlin gestoppt werden, was soziale leistbare Mieten anfordert.

Freundlich ist nicht genug! Es muss auch intelligent werden!

Menschen- und Kinderrechte entstehen mit der Geburt, und entfalten eine Selbstbestimmung, wenn Kinder sich bilden, sich die Kultur und die Umwelt aneignen und ihre Persönlichkeit ausprägen dürfen. Kurz: die Kinder benötigen intelligente Umweltbedingungen und ein intelligentes soziales Umfeld, das hilft und den Rahmen schafft, um ein eigenständiges Leben beginnen können.

Wie sieht die „kinderintelligente“ Stadt Berlin aus?

Die Perspektive muss gewechselt werden! Nicht die Bildungssenatorin, die Parteien, Eltern und Schule oder die Bürgermeister geben den Rahmen für „Mein Berlin“ vor — sondern Kinder höchstpersönlich!

Deshalb wird hier gefragt: „Wie sieht Dein kinderintelligentes Berlin der Zukunft aus?“

Die „kinderintelligente Bürgerbeteiligung“ beinhaltet nicht nur Partizipation und Teilhabe, sondern „Vorschlagsrecht und Teilhaberschaft“, damit nicht nur Multiple-Choice Verfahren entstehen, sondern echter Chancen auf gute Arbeit, Aufstiegschancen und auf neuen Lebenserwerb und auf neue Kinder-Bildungsprojekte!

Dazu kommt die Zivilisationsfrage: „Welche intelligenten Stadtrechte werden zukünftig nötig“ um eine kinderfreundliche Umwelt zu entwickeln?“

Zum Mitmachen gibt es viele Möglichkeiten – hier auch eine Rubrik für „Kindliche Intelligenz,“ in der Kinder und Jugendprojekte „Ihr Ding“ öffentlich machen können! — Und der Künstlichen Intelligenz „Bescheid sagen können!“

Kontakt: info@marzahn-hellersdorf-zeitung.de


Public Media — Keine Abo-Paywalls, keine Leser-Logins – im Mittelpunkt der Mensch.