An der Elsenstraße in Marzahn-Hellersdorf, Ortsteil Mahlsdorf, eröffnet am Freitag, 10. Oktober 2025, offiziell eine vierzügige Grundschule.
Die „37. Schule“ bietet künftig mehr als 570 dringend benötigte Schulplätze, wodurch die umliegenden Grundschulen entlastet werden. Die offene Ganztagsschule wurde nach dem Konzept der Berliner Lern- und Teamhäuser als sogenannte Compartmentschule realisiert.
Die Presseeinladung wurde bereits mit bürgeroffener Pressemitteilung vom 02.10.2025 veröffentlicht. So wird es keine Foto-Veröffentlichungshonorare und Pressefotos geben. Eine lokaljournalistische Begleitung und Berichterstattung hat leider keine digitalwirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Grundlage.*
Schulbauoffensive — eine kartellartige Organisation?
Die Schulbauoffensive des Landes Berlin ist zentral organisiert und plant und verwaltet ein Bauvolumen von über 6 Mrd. Euro. Durch Kredite wird es sogar zu einem Volumen von über 11,6 Mrd. Euro aufgeweitet. Auf dem Stadtportal berlin.de ist die Schulbauoffensive umfänglich dokumentiert.
Es ist das größte Bauinvestitionsprojekt in Deutschland, in dem neue Architektur für mehrere Generationen geplant, eingekauft und gestaltet wird – mit der denkbar sparsamsten Überschrift:
Maßnahmen
Für die bauliche Umsetzung zeichnen folgende Akteure der Berliner Schulbauoffensive verantwortlich:
- BIM – Berliner Immobilienmanagement GmbH – landeseigene Gesellschaft
- Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
- 12 Berliner Bezirke
- HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH – landeseigene Gesellschaft
- Mitglieder des Landesbeirat Schulbau.
Die Übersicht lautet ebenfalls höchst sparsam:
Der Landesbeirat Schulbau unter Vorsitz von Norman Heise und Andrea Rausch (stellvertretende Vorsitzende) ist breit und branchenübergreifend besetzt, tagt aber weitestgehend nicht presseöffentlich.
Pressevertreter oder Journalisten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sind nicht beteiligt. Eine Außentransparenz wird durch eine verwaltungseigene Pressestelle der Schulbauoffensive simuliert.
Inwieweit die Akteure den Europäischen Wettbewerbsregeln gefolgt sind, ist nicht allgemeinöffentlich nachvollziehbar, sondern muss aufwändig im Amtsblatt der Europäischen Union und auf der Vergabeplattform des Landes Berlin als Datenbank-Recherche nachermittelt werden.
Baupreisentwicklung wie am BER
Offene Kritik gibt es an der Baukosten- und Baupreisentwicklung. So hat die GEW vor einem Jahr in einen Beitrag „Schulbau besser ohne HOWOGE“ | Thomas Schmidt | 1.7.2024 die Ablösung der federführenden HOWOGE gefordert. Fazit: Die Gesamtkosten für die Einbindung der HOWOGE sind von einer Milliarde auf 11,7 Milliarden Euro gestiegen, bei einem Kreditanteil von 5,6 Milliarden Euro. Die Steigerungsraten sind damit höher als beim BER.
Seit dem Beitrag zum Thema „Moderne leistungsfähige Schulbauten“ | Michael Springer | 20.06.2015 und der Einwerbung der „SCHULBAU-Messe in Köln: am 20. und 21. September 2016“ nach Berlin, haben sich von Seiten der Schulbauoffensive, von Seiten landeseigener Akteure und Landesschulbeirat keinerlei
werbliche Interessen gezeigt, die geeignet wären Lokalpresse in Berlin zu finanzieren.
Zumindest der Landeselternvertreter ist darüber seit mehreren Jahren informiert. Der heutige Staatssekretär Dr. Torsten Kühne hat sich auch seit seiner Zeit als Pankower Schul- und Kulturstadtrat nicht zu einer Finanzierbarkeit von Lokalpresse positioniert. Die HOWOGE hat sich seit 2012 auch nie interessiert gezeigt. Das Thema Schulbau wurde daher redaktionell beerdigt — ein Personalaufbau in der Redaktion wurde unmöglich.
Inzwischen haben sich Anzeichen weiter verdichtet: Presse ist offenbar gar nicht gewünscht, ein kritischer Einblick soll offenbar verhindert werden.
Mehr als verwunderlich ist die Tatsache, dass bei über 11,6 Mrd. € Bauvolumen keine berlinweite und medienübergreifende Werbung von Bauunternehmen, Architekten, Baustoffherstellern und Firmen der Bauausrüstung geschaltet wurde. Alle Pressemedien in Berlin sind betroffen, auch soziale Medien. Einzig die Firma Goldbeck hat eine PR-Anfrage übermittelt. Und selbst der Veranstalter der Schulbaumesse war nur bereit kostenlose PR-Informationen bereit zu stellen.
Der berlinweite Effekt: Baubranchen haben sich mit öffentlichen Darstellungen auf B2B-Medien und Fachmedien zurück gezogen. Die Berliner Verwaltung agiert praktisch allein und wird ehrenamtlich beraten, aber nicht öffentlich kontrolliert. Bei offiziellen Anlässen werden Schulen ohne Namensgebung eingeweiht. Statt Pressefotos gibt es Selfies der Akteure. Und Kinder & Eltern kommen nicht zu Wort.
Rückblickend auf 2015 wirkt die Schulbauoffensive heute wie eine kartellartige Organisation, die sich unausgesprochen aber defacto pressefern und diskriminierend verhält.
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