Mittwoch, 01. April 2026
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Kaffeetricks an der Kasse der Discounter

Kaffeetricks im Supermarkt

von Amina Mendez

Seit Mitte 2024 ist Kaffee in Deutschland deutlich teuerer geworden – ein Luxusgut, das sich nicht mehr jeder leisten kann. Die Rohstoffpreise haben sich verdoppelt, weil Dürren und Frost in Brasilien der Kaffeeernte zugesetzt haben. Aber auch die Produktion von Kaffee kämpft mit hohen Preisen. Besonders Energie und Transport stellen Unternehmer vor große Herausforderungen.

Auf der anderen Seite stieg auch die Nachfrage nach Röstkaffee in aufwärts strebenden Teilen der Welt. In China, Südkorea und Vietnam sprang der Funken der westlichen Café-Kultur durch die wachsende Urbanisierung über. Dies hatte einen Rückkopplungseffekt. Der Röstkaffee wurde auch hierzulande ein teures Produkt.

Über die Südroute nach Deutschland

Westliche Café-Kultur hat eine lange Tradition. Als Ursprung nimmt man das Osmanische Reich mit Konstantinopel als sein Zentrum an. Im 17. Jahrhundert tranken die Venezianer in den ihren ersten Kaffeehäusern genüsslich Kaffee. Cafés wurden Orte des Austausches und der Kommunikation in den Weltstädten Europas, in Wien, London und Paris.

Große Treue zum Kaffee trotz Preisanstieg

Neue Zubereitungsmethoden kamen seit längerer Zeit nach Deutschland. Die Espresso-Maschine löste einen Hype für italienische Zubereitungsweisen aus. Löslicher Kaffee, Pressstempelkanne sowie Pad- und Kapselmaschinen sind für Berufstätige ideal, um schnell einen aromatischen Kaffee zu kochen. Dennoch bleiben viele Deutsche ihren alten Traditionen treu. Die meisten Kaffeeliebhaber bevorzugen noch immer den Filterkaffee. Rund 51 % des Kaffees wird auch heute als normaler Filterkaffee getrunken.

In den Supermärkten und Discountern werden die Lieblingskaffees gemahlen oder in ganzen Bohnen angeboten. Der Filterkaffee ist ein Teil deutscher Kultur. Er steht seit Jahrzehnten für Gemütlichkeit und Entspannungsmomente im Alltag. Frisch gemahlene Bohnen sind besonders für den Gourmet die beste Wahl, wobei die eigene Kaffeemühle zunehmend beliebter wird.

Preiskampf im Supermarkt

Aufgrund der Preissensibilität der Verbraucher achten die Kaffeeröster und die großen Supermarkthändler schon bei der Verarbeitung und Einkauf auf niedrige Preise. Um den Kaffeepreis entfalten besonders vor Feiertagen regelrechte Preisschlachten. Jeder Händler versucht zu sparen, und mit Niedrigpreisen zu punkten. Premium- und Niedrigpreis-Angebote stehen dabei oft nebeneinander. Kunden müssen daher genau auf die Preisauszeichung achten, die oft auch befristet oder in der Menge limitiert ist. Erschwerend kommen die unterschiedlichen Preise für Barkauf und Einkauf per App ins Spiel. So steht die Tranparenz der Preise inzwischen auf dem Spiel. Wer eine App nutzt, kann sich etwas sicherer fühlen, beim Preis nicht übervorteilt zu werden.

Tricks der Discounter beim Kaffeeverkauf

Zu den psychologischen Verkaufstricks zählt eine ganze Palette von „verkaufsfördernden Maßnahmen:“

  • Shrinkflation bedeutet weniger Inhalt bei gleichem Preis.
    Packungsinhalte verringern sich zum Beispiel von 500g auf nur noch 400g, die Verpackungen sehen jedoch täuschend ähnlich aus.
  • Scheinrabatte, statt 6,99 € nur 4,49 €, erzeugen einen künstlichen Kaufdruck.
  • Semi-Scheinrabatte – Es werden zwei Preise deklariert: ein günstiger mit der App und ein teurer bei Zahlung ohne App.
  • Eine Kaffeesorte wir als Preisanker genutzt, sie wird günstig angeboten. Daneben steht das restliche Sortiment mit hohen Preisen. Dies reizt einerseits zu Käufen der teuren Kaffeesorten. Andererseits sorgt es für Verwirrung, weil Kunden nicht immer genau hingucken.
  • Durch Verstecken des Röstdatums und durch Minischrift wird es schwierig, die Frische und den tatsächliche Wert eines Kaffees zu prüfen.

Die Situation beim Kaffee-Kauf ist somit oft undurchsichtig. Verbraucherzentralen und Stiftung Warentest untersuchen dabei immer wieder die effektiven Verkaufspreise. Direkten Preiswettbewerb gibt es im Online-Handel, wo Spezialisten wie KaffeeHenk die regionalen Preisniveaus auch unterbieten können.

Die Redaktion ist solchen Überraschungen auf der Spur und besucht auch gezielt die Kaffee-Regale und Sonderangebotsauslagen großer Supermärkte. Aufgefallen ist: die Mitarbeitenden an der Kasse bemerken beim schnellen Scannen der Ware nicht sofort, wenn Preisänderungen, verschiedene Preise und überhöhte Preise und Sonderangebote gebucht werden. Der Kunde muss daher selbst aufpassen, und den Einkaufsbeleg nachkontrollieren.

Mitunter werden reguläre Angebote und Sonderangebote auch durcheinander gebracht, wenn Kunden ihren Lieblingskaffee aus den gewohnten Regal in den Einkaufswagen legen, und danach auf ein überraschendes Sonderangebot treffen: „Wer hat sich nicht schon dabei selbst ertappt, wenn der teure Lieblingskaffee schnell abgelegt wird, ohne das teure Paket zum Regal zurück zu bringen?
So entsteht auch alltägliches Durcheinander mit Kaffee-Preisen das erst an der Kasse auffallen kann.

Tipp: Kunden sollten daher schon vor dem Einscannen den aktuell gültigen Kaffee-Preis erfragen. Falsche, überhöhte Preise und Fehlbuchungen fallen sonst erst auf, wenn der Kunde seinen Kaufbeleg genau nachkontrolliert.

Augen auf beim Kaffeekauf!

Die Einkaufshektik an der Supermarktkasse kann jeder Kunde selbst bremsen. Der ausgedruckte Kaufbeleg sollte sofort nach der Bezahlung nachkontrolliert werden. In jedem Supermarkt gibt es eine Packzone, in der in Ruhe nachgeschaut werden kann. Im Blickfeld der Kassierer und der Kassierin können Irrtümer sofort ausgeräumt werden.
So ersparen sie sich Fehlkäufe und späteren Ärger zu Hause, wenn sich geplante Schnäppchenkäufe als zu teuer entpuppen.
„Augen auf beim Kaffeekauf!“ — wie sind Ihre Erfahrungen mit Kaffee-Sonderangeboten, Apps & Aktionen? — Schreiben Sie uns ihre Tipps und Erfahrungen als Leserbrief! —


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